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Seekonzerte 2016 - 4. Konzert

 
Freitag, 22. April 2016, 19.30 Uhr, Kirche Eich

OBOE UND STREICHER

Johann Sebastian Bach:
dreistimmige Inventionen

Benjamin Britten:
Phantasy-Quartet

Wolfgang Amadeus Mozart:
Oboenquartett F-Dur KV 370

Bernhard Heinrichs, Oboe
Ina Dimitrova, Violine
Christoph Schiller, Viola
Patrick Demenga, Violoncello

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Auch wenn heute Benjamin Britten in erster Linie als Komponist von Vokalmusik gilt, so schrieb er in den frühen Jahren seiner Karriere vor allem Instrumentalwerke. Das "Phantasy Quartet" für Oboe und Streicher schrieb er als 19jähriger, der sich am "Royal College of Music" ziemlich langweilte. Angeregt dazu wurde er durch den Wettbewerb von Walter Wilson Cobbett, einem Mäzen und Schriftsteller, dessen besonderes Interesse der Kammermusik galt. Er schrieb einen Preis aus für Werke, die auf die "Fantasie" des 17. Jahrhunderts zurückgreifen und inspirierte damit eine ganze Generation englischer Komponisten, sich mit dieser freien Form zu beschäftigen. Britten eröffnet und beendet sein "Phantasy Quartet" mit einer "Alla Marcia"-Passage der Streicher, über der sich eine lyrische Oboenmelodie entwickelt. Der Rest ist eine Art modifizierte Sonatenstruktur, in der die einzelnen Teile wie Durchführung und Reprise nicht klar getrennt, sondern durch eine lyrische langsame Passage verbunden werden und so das Zentrum des einsätzigen Werkes bilden.

Mozarts einziges Oboenquartett entstand in einer Stadt, in der er sich besonders gerne aufhielt und viele Freunde hatte: in München. Geschrieben wurde es allerdings für den Mannheimer Friedrich Ramm, den ersten Oboisten der berühmten Mannheimer Hofkapelle. Von Ramm schwärmten schon die Zeitgenossen: "man sagt nicht zuviel, wenn man behauptet, dass noch keiner den schönen, runden, sanften und wahren Ton auf der Oboe, verbunden mit der schmetternden Tiefe im Forte, sich so vorzüglich zu eigen gemacht habe als er." Wie üblich kostete Mozart diese Eigenschaften und Ramms bis zum deigestrichenen f reichenden Tonumfang weidlich aus, als er das Quartett schrieb. Es besteht aus einem überaus fein gearbeiteten, "singenden" Allegro-Kopfsatz, einem pathetischen d-Moll-Adagio im Gluckschen Stil und einem Rondo im Sechs-achteltakt, in dem die Oboe für kurze Zeit in den Viervierteltakt überwechselt, während die Streicher im Sechsermetrum bleiben! Ein frühes Beispiel für Polyrhythmik und zweifellos ein Faschingsscherz Mozarts, der Ramm beim damals üblichen Vom-Blatt-Spielen des Werkes aus der Bahn werfen sollte. Wir wissen nicht, ob der Mannheimer Oboist die Prüfung bestand…


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